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Neue „Let‘s Dance“-Moderatorin stottert sich eine Runde weiter

Der Auftakt der neuen „Let‘s Dance-Staffel“ erinnerte ans Dschungelcamp: Prominente, die keiner kennt, sowie eine ganze Reihe von Zumutungen für Teilnehmer und Zuschauer. Eine davon: „Moderatorin“ Victoria Swarovski.

Gehen eine GZSZ-Darstellerin, die Bachelorette und die Frau eines Rappers Freitagabend in ein Fernsehstudio … Nein, das ist nicht der Anfang von einem schlechten Witz, das sind tatsächlich drei der 14 Teilnehmer der neuen Staffel „Let’s Dance“. Sie wissen schon, diese Sendung, die nur auf Englisch interessant klingt. „Komm, lass uns tanzen“ würde sich keiner unter 80 anschauen.

„Let‘s Dance“ ist bei Staffel 11 angelangt, und die Teilnehmerliste liest sich wie das Warm-up für das nächste Dschungelcamp: Das Musikduo „Die Lochis“, Germany‘s Next Topmodel-Siegerin Barbara Meier, Jimi Blue Ochsenknecht. Seine Mama Natascha war dieses Jahr schon im Dschungel, der Moderator Daniel Hartwich auch. Und bei „Let’s Dance“ gibt es wie in Australien spezielle Prüfungen und Zumutungen.

Prüfung 1: Sylvie Meis’ Nachfolgerin vorstellen

Zu Beginn der Sendung geht Daniel Hartwich über einen Jahrmarkt, hat pinke Zuckerwatte in der Hand. Er kommt zu einer rothaarigen Hexe, die Victoria Swarovski in einem Kleid herbeizaubert, das genauso aussieht wie seine Zuckerwatte. Swarovski, 24, Popsternchen aus Wien, „Let‘s Dance“-Gewinnerin 2016, wirkt ein bisschen wie eine jüngere, österreichische Version von Sylvie Meis, 39, die sie ab dieser Staffel als Moderatorin ersetzt. Dann schaut sie in eine Kugel, sagt, natürlich ganz spontan: „Mit Kristall kenn ich mich ein bisschen aus.“ Wie oft Swarovski, deren Vater Paul dem Kristallclan entstammt, das wohl in den Proben üben musste? Dann wird die Kristallkugel zur Tanzkugel, der Grafiker hat sich da echt keine Mühe gegeben, und es geht nach Köln. Es ist die 100. Ausgabe, und Juror Jorge Gonzalez glitzert in seinem blauen Overall noch mehr als die Discokugel.

Prüfung 2: Die Einspieler

Jeder Teilnehmer stellt sich vor dem Tanz in einem kurzen Einspieler vor. Jessica Paszka beginnt und sagt: „Ich war die letzte Bachelorette. Im ‚Playboy‘ war ich auch. Und: Jetzt ist es an der Zeit, allen zu zeigen, was ich wirklich kann.“ Ähm, und was war jetzt nochmal ihr Beruf? Tina Ruland hat da schon bessere Argumente: „Wenn ich jemandem erklären muss, was ich eigentlich spiele, sage ich immer: ‚Manta Manta hab ich mal gemacht.‘“ Sie erinnern sich sicher, der Film kam im Jahr 1991 ins Kino. Bei ihr scheint wohl damals die Zeit stehen geblieben zu sein: „Ich bin 51 Jahre alt, fühle mich aber gerade wie 32.“ Und Schauspielerin Julia Dietze fasst ein Ziel zusammen, das hoffentlich alle in dieser Staffel haben: „Ich werde auf jeden Fall Deo benutzen.“ Im Dschungelcamp wäre das aber ein Luxusartikel.

Prüfung 3: Der Gruppentanz

Dann geht’s für die drei los mit dem ersten Gruppentanz: Ein Cha Cha Cha zu „Ain’t your Mama“ von Jennifer Lopez. Sie tragen kurze Glitzerkleider in Pink und Lila mit silberner Kochschürze. Im Hintergrund stehen drei große Waschmaschinen auf der Bühne, die drei werden von ihren Tanzpartnern darauf abgestellt, damit die Zeit vergeht, die Zuschauer nicht bemerken, dass sie eigentlich gar nicht tanzen können und, ach so: Damit sie ihre Schürzen ausziehen können, hallo Klischees, Weltfrauentag war ja am Tag vorher. Aber Applaus bitte für die unsichtbaren Bühnenhelfer, die die drei Waschmaschinen getragen haben!

Prüfung 4: Hauptsache prominent bleiben

Womit verdient eigentlich dieser Jimi Blue Ochsenknecht sein Geld? Ah, ja, Schauspieler, man kenne ihn noch aus dem Film „Die Wilden Kerle“, da war er allerdings erst zwölf Jahre alt. Den Tanz Quickstep hat er noch nie gehört. Er kennt nur Quickstop, wenn man irgendwo anhält und sich was zu essen holt. Ach so und: „Ich bin gerade dabei, mein drittes Album fertigzuschustern.“ (Deshalb macht er also mit.) „Ich drück mir selber die Daumen. Ich bin Jimi Blue und ich werde so lange Gas geben, bis ich blau anlaufe.“

Barbara Meier lässt ihre alten Magazincover zeigen und will sehr viel trainieren: „Wenn ich den einen Profitänzer kaputt getanzt habe, würde ich bei RTL anrufen und sagen: ‚Ich brauche noch einen.‘“ Und Thomas Hermanns macht gleich in der ersten Show ein Geständnis, das auch der Titel seiner Biografie sein könnte. „Eigentlich bin ich ein bisschen showsüchtig.“ Die Profitänzer, die dann in kurzen Videos vorgestellt werden, sind inzwischen bekannter als die Teilnehmer selbst.

Prüfung 5: Die Jurybewertung

„Vor der ersten Tanz, die Chicas waren sehr aufgeregt“, meint Jorge Gonzalez. Bekommt der eigentlich ein extra Honorar dafür, wenn er möglichst oft „Chica“ in einem Satz unterbringt?

Charlotte Würdig will ins Halbfinale, weil dann ihr Mann Sido ins Publikum kommt. Und Iris Mareike Steen hatte sich vorher schon mal Tipps von ihren Kollegen geholt, inzwischen war ja schon fast der gesamte GZSZ-Cast bei „Let’s Dance“. Judith Williams, manchen bekannt als Investorin aus der „Höhle der Löwen“, singt mit Kindern im Einspieler die „Let’s Dance“-Melodie.

Das einzige Highlight für die Jury heute: Vorjahressieger Gil Ofarim tanzt mit Ekaterina Leonova nochmal, sie bekommen den ersten richtigen Applaus an diesem Abend. Fast so wie im Dschungelcamp, wenn man alle Sterne eingesammelt hat.

Prüfung 6: Victorias Moderation

Wahrscheinlich könnte jeder Teilnehmer die Moderation besser machen als Victoria Swarovski. Sie vergisst dauernd ihren Text, stottert, und geht in dem ganzen Glitzer unter. Auf Twitter hagelte es dafür entsprechende Kommentare. Vielleicht hätte sich bei der Hexe auf dem Jahrmarkt ein bisschen Textsicherheit wünschen sollen. Einmal sagt sie sogar die falsche Telefonnummer, bei Ingolf Lück und Bela Klenze vergisst sie den Teil mit dem Anrufen komplett, redet sich raus: „Wenn man das erste Mal in seinem Leben eine Live Show moderiert, kann man schon mal was vergessen.“ Sollte eher nicht vorkommen, vielleicht besser vorbereiten nächstes Mal.

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